Herzlich Willkommen auf meiner Modellbauseite !



Meine Modellbaukarriere:

So ungefähr mit 12/13 habe ich angefangen die PlastiCard- Bausätz zusammenzukleistern. Das waren so berühmte Jets wie IL-18, Il-62, Tu-156, AN-12 usw. Aus Jux und Tollerei habe ich dann mal eine SB-2 scratch gebaut. Pläne gab es in der Zeitschrift "Modellbau-heute". Von diesen Modellen und leider auch von der Zeitschrift sind nur einzelne Fragmente übriggeblieben, von der SB-2 gar nichts, kann mich heute noch ... Aber was soll es.

Mit 18 kam dann der große Bruch, man war mit Studium und danach mit dem Beruf genug ausgelastet und still ruhte der Modellbausee.

Die Fortsetzung folgte dann ab 1992 mit einer F-16 und F-14, die Fertigstellung zog sich aber noch über ein Jahre hin ! So richtig loß ging es dann mit einer F-15E von Hasegawa und die Orientierung lag beim Maßstab 1:72.

Beim Militär zu Lande ( modellbaumäßig ) folgten Tiger, Königstiger, T-80 und Panzerdraisine, zwischenzeitlich eine Me-109 in 1-48. Bedingt durch die Militärmodelle habe ich mich dann auch mal an Figuren im Maßstab 1:35 versucht.

Und irgendwann wollte ich auch mal etwas Neues ausprobieren, immer das gleiche Metier und mehr oder weniger die gleichen Modelle, bloß in verschiedenen Versionen, dazu hatte ich auch keine Lust.

Deshalb bin ich zunächst für ein kurzes Gastspiel zur Raumfahrt gewechselt, Mondrakete N1 und ein Space Shuttle waren das Ergebnis.

Oder es doch mal mit größeren Figuren versuchen? Und schon hatte man wieder die Wahl und Qual. Also ran an einen Predator und Terminator. Und schon tauchen neue Hindernisse auf: neues Material, die Figurenbemalung unterscheidet sich doch von normaler Modellbemalung, die gewünschte Figur ist nicht immer erhältlich und wenn, dann zu horrenden Preisen, von den zuweilen langen Lieferzeiten mal ganz zu schweigen.

Und selbst modellieren? Oh Schreck laß nach! Flugzeug, Auto, Kette in Scratchbau ja- aber eine Figur? Erstmal die Lage sondieren. Literatur/Zeitschriften - speziell für den Modellbauer sind im deutschsprachigen Raum so gut wie nicht vorhanden. Es gibt zwar einige Zeitschriften, aber leider nur Kit- und Farbbeschreibung, Tips und Tricks meist totale Fehlanzeige.

Bleibt nur noch das Internet.
Und hier geht es richtig zur Sache, Unmengen an Webseiten, also erstmal durchfuchsen, man wird aber garantiert fündig. Über die Techniken, Material und Werkzeuge kann man sich so auf diversen Webseiten einen Überblick verschaffen. Was das Werkzeug betrifft, wird so ziemlich alles beschrieben, von Hi-tech Dentalinstrumenten bis zum Eigenbau, alles nur eine Frage der 5. Dimension. Meine persönlichen Erfahrungen in dieser Sache: "normale" Werkzeuge erfüllen auch ihren Zweck. Dazu zählt eine solide Grundausstattung für den Modellbauer und das sogenannte Spezialwerkzeug findet man bei einen Blick in die Näh- und Kosmetikkoffer der Frau, Freundin, Oma, Tante..., was da sind: Strick- , Stopf- und Häckelnadeln der veschiedensten Größen, Maniküresets, Q-Tips usw. Die benötigten Drahtschlingen fertigt man sich am besten im Selbstbau.

Als Startprojekt schwirrte mir schon immer eine Comicfigur im Kopf herum. Meiner Meinung nach, ist so eine Figur einerseits relativ leicht zu modellieren (Größen und Proportionsverhältnisse) und andererseits gibt es genügend Ausgangsmaterial. Als MOSAIK-Fan stand der Held schon ziemlich frühzeitig fest: der berühmte Blechkamerad aus der gleichnamigen Serie.

Also Größe festgelegt, einen "Schlachtplan" entwickelt und mit Geduld, Alkohol und Spucke frisch ans Werk.

Weil es mein erster Versuch im Figurenmodelling war, habe ich die Figur soweit wie möglich vereinfacht, besonders Beine und Arme. Das Beiwerk wurde scratch aus den verschiedensten Material (Perle, Plastic-Sheet, Stecknadeln) gebaut.

Als Modelliermasse fiel die Wahl auf Super Sculpey (ein amerikanisches Produkt), erhältlich bei Kölner Malkasten.

Warum ausgerechnet Super Sculpey? Modellbau ist auch eine Frage der Erfahrung. Es gibt zwar ein ähnliches deutsches Produkt, aber das hat so seine Nachteile: es ist einerseits schwer zu kneten, Feinheiten sind damit kaum zu modellieren und das Produkt neigt dazu, beim Brennen zu reißen (auch bei dünnen Schichten) .

Zu Super Sculpey: das Material ist in der Konsistenz und Farbe (schweinchenrosa) ähnlich Kaugummi, bitte nicht ausprobieren, Das Produkt wird in einer Verpackung von ca. 500 g geliefert. Zu beachten ist eigentlich nur die Brennzeit und Brenntemperatur.

Beim Modellieren wird Super Sculpey schichtweise aufgetragen. Eine Figur aus dem Vollen zu modellieren würde unweigerlich zu Rissen führen. Jede Schicht wird nach dem Auftragen mit Hilfe von Q-Tips, getränkt in Alkohol oder Wasser, geglättet. Wirklich glätten, Superculpey zieht jeden Fingerabdruck, damit erspart man sich spätere Schleiforgien.

Wie schon gesagt, es wurde schichtweise vorgegangen. Dem Kameraden wurde aber als Grundlage ein Drahtskelett eingezogen. Hier leistet Blumenbindedraht aus dem Baumarkt gute Dienste, für stärkere Elemente einfach mit Hilfe einer Bohrmaschine verdrillen. Um etwas mit dem doch recht teuren Super Sculpey zu gnausern, wird das Drahtskelett mit Alufolie umwickelt. Diese Technik wurde besonders im Bereich des Kopfes und Bauches angewandt.

Und dann Schicht für Schicht mit viel Geduld und ohne Hast. Gut Ding braucht gut Weil! Also immer in der Reihenfolge Schichten, Brennen, Schichten ... und irgendwann steht die Figur dann fast fertig da. Fast fertig bis auf das Gesicht! Beim Ritter habe ich das Gesicht ganz zum Schluß modelliert, der Rest des Körpers ging zu meiner Überraschung relativ problemlos von der Hand, aber wie modelliert man das Gesicht?! Also erstmal an normaler Knetmasse geübt, die läßt sich zwar nicht so gut bearbeiten, ist aber zum Üben hervorragend geeignet. Wenn was schief ging, einmal richtig zugedrückt und von Neuem angefangen.

Zwischendurch verlor der Ritter seine Arme. Die Arme waren schon fast fertig modelliert, aber aufgrund der Körperhaltung gab es dann Schwierigkeiten bei der Rüstung im Bauch- und Schulterbereich (man muß eben auch Lehrgeld zahlen). Also wurde flugs zur Trennscheibe gegriffen.
Vor dem letzten Brennvorgang wurde alles wieder montiert, die Übergänge modelliert und dann zum letzten Mal in den Ofen.

Die Bemalung erfolgte nach dem üblichen Schema: Grundieren, evt. Stellen ausbessern (wenn sauber modelliert wurde, sind kaum Nacharbeiten fällig), Farbe auftragen, etwas DryBrushing, Schnurrbart anbringen - FERTIG.











Damit der Kamerad nicht so einsam ist, wurde ihm sein getreuer Begleiter zur Seite gestellt.









Auf zu neuen Abenteuern !